Bestiarium

Die Fauna Porzhias

 

 

In den verschiedenen Stadtstaaten Porzhia´s gibt es natürlich auch die unterschiedlichsten Lebewesen. Einige gängige Spezien, findet man fast überall, wie zum Beispiel Hasen, Rehe, Wölfe und dergleichen. Doch gibt es eben auch Tiere, die man nicht überall finden wird und manche davon haben bisher vielleicht nur eine handvoll Porzhianer gesehen.

Die nächsten Zeilen sollen sich gerade mit den spezifischen Wesenheiten beschäftigen, denn wir gehen davon aus, dass so gut wie jeder weiß, was ein Hase oder ein Wolf ist.

Um alles etwas übersichtlicher zu gestalten, widmen wir jedem der Stadtstaaten ein eigenes Kapitel mit den besonderen Wesen, die sich dort finden.

 

 

Porzhia

 

In der Stadt Porzhia findet man natürlich allerlei Nutztiere. In den Gewässern innerhalb der Hauptstadt gedeihen viele verschiedene Fische, wobei es jedoch unter Strafe steht, aus den Kanälen zu fischen. Es muss nicht extra erwähnt werden, dass es trotzdem sehr häufig vorkommt, dass ein hungriger Mensch die Angel auswirft. Sowohl die Ewige Wache, als auch die Handelsmarine, werden jedoch diese Straftat verfolgen. Warum genau das so ist, weiß heute niemand mehr. Es gibt verschiedene Geschichten, die bekannteste ist die, dass vor einigen Jahrhunderten der amtierende Monarch eine schwere Krise zu bewältigen hatte. Gerüchterweise soll er inbrünstig zu den Dreien gebetet haben und diese entsandten einen Sendboten in Form eines prächtigen Fisches, welcher dem Monarchen in einem der Kanäle erschienen ist. Der Fisch sprach mit dem Monarchen und gab ihm den entscheidenden Hinweis und aus Dankbarkeit, stellte der Würdenträger alle Fische in den Kanälen von Porzhia Stadt, unter seinen Schutz. Andere behaupten, dass dies von den Wirtsleuten und Fischhändlern ins Leben gerufen wurde, damit diese keine Konkurrenz haben. Was wirklich der Grund für dieses Verhalten ist, wird wohl immer ein Rätsel bleiben.

Ein Tier, welches man sehr häufig findet, ist der Papagei mit seinen verschiedenen Unterarten.

Viele dieser Vögel flattern einfach umher, andere werden von Kaufmännern und Edlen als Haustiere gehalten. Wer durch Porzhia Stadt flaniert wird mindestens eins dieser Tiere erblicken, meistens jedoch viel mehr. Besonders zu erwähnen sei der porzhianische Kandieh Papagei. Wo andernorts Brieftauben verwendet werden, nutzen Porzhianer mit genügend Kleingeld diesen bunten Papagei. Zum einen ist er in der Lage mehrere Sätze auswendig zu lernen und diese mit seiner krächzenden Stimme vorzutragen und zum anderen kann er sich Gesichter von Personen merken. Die Kandieh Züchter verbringen sehr viel Zeit mit dem Trainieren dieser Vögel und so ist es nicht verwunderlich, dass es nicht gerade günstig ist, eine Botschaft durch diese zu übermitteln. Jedoch kann man sicher sein, dass der Papagei wirklich nur der Person die Nachricht überbringt, von welcher er das Gesicht kennt. Der berühmte Abrichter Jodokus Palerantio, behauptet, dass seine Kandieh Papageien sogar magische Täuschungen durchschauen könnten und lieber sterben würden, bevor sie jemand anderem als den Empfänger die Nachricht sagen würden. Ab und an kommt der Ruf aus der Bevölkerung, dass man doch etwas gegen diese Plage tun sollte, jedoch verstummt dieser genauso schnell wie er aufkam. Immerhin passen die bunten und lebhaften Tiere sehr gut zum Wesen der Porzhianer.

Ein ernsteres Problem stellen die Ratten da, welche gerade im Hafenviertel vermehrt auftauchen. Jedoch hat sich auch bei dieser Problematik der Städter angepasst und mittlerweile gibt es den Beruf des Rattenfängers. Dieser wird meist von Menschen ausgeführt, die eher in ärmeren Verhältnissen stehen. Sie werden von der Handelsmarine entlohnt für das Ausrotten der Tiere und nebenbei kommen sie so immer an Fleisch zum verspeißen.

Wenn man die Tierwelt der Hauptstadt betrachtet, kommt man natürlich nicht um das weite Meer herum. Neben etlichen Fischarten gibt es selbstredend auch viele andere Wesen dort zu finden. So tummeln sich Delphine, Haie, Rochen, Quallen, Tintenfische, Wale, Seehunde, Möwen und noch viel mehr in und um die große See.

Jedoch gibt es natürlich auch hier einige Arten, welche man wohl nur in Porzhia findet.

Der Dashyakab ist ein Rochen, welcher sofort auffällt, wenn man ihn sieht. Zum einen ist er extrem groß, mit einer „Flügelspannweite“ von bis zu neun Metern, und zum anderen hat er auf seinem Rücken sehr auffällige Verfärbungen. Ist die eigentliche Haut eher dunkel, so stechen die fast schon weißen Verfärbungen der Betrachter sofort ins Auge. Bei den Dashyakabs findet man fast immer die gleiche Anordnung dieser hellen Färbung und mit etwas Fantasie kann man einen grinsenden Totenschädel ausmachen. Zwar ist es bei jedem Tier etwas anders intensiv von der Farbgebung, aber das Symbol ist nahezu identisch. Ihr langer Schwanz endet in einem Giftstachel, welcher selbst größere Opfer fast sofort tötet. Manche Alchemisten verdünnen dieses Gift extremst, um ein Mittel gegen Muskelkrämpfe zu erstellen. Natürlich ist es nicht so einfach, an den Giftstachel zu gelangen, denn diese Rochen Art wird sehr aggressiv wenn man ihr zu nahe kommt.

Manch alter Seefahrer behauptet, dass er bereits bildhübsche Elfendamen gesehen habe, welche auf Dashyakabs geritten sind, wie andere auf Pferden. Dies ist natürlich alles nur Seemannsgarn und wird oftmals mit dem Märchen erzählt, dass es eine alte und versunkene Elfenstadt vor der Küste Porzhias geben soll.

Die Abardaeno sind eine Delphinart, welche drei Meter groß wird. Man findet sie häufig in Küstennähe, aber auch weiter draußen auf dem Meer kann man sie beobachten. Die Porzhianer sind der Meinung, dass diese prachtvollen Wesen vom Zwielicht gesegnet seien, da sie ihre Hautfarbe anpassen können. Je nach Wassertrübung und Hintergrund ändert sich auch die Hautfarbe der Abardaeno. Diese Fähigkeit nutzen sie, um kleineren Fischen aufzulauern und zu jagen. Aber auch wenn sie vor Haien fliehen, ist diese Tarnkunst sehr vorteilhaft. Meist findet man sie in Familienverbänden und allgemein scheinen sie relativ sozial zu sein. Sie haben keine Scheu vor Menschen und oft kommt es vor, dass ein Fischer von den Delphinen begleitet wird.

Das gefährlichste Wesen im Meer, welches auch nachweislich lebt, ist der Rourink. Dieses Monstrum der See lässt selbst die weißen Haie mickrig aussehen.

Den Dreien sei Dank, dass es wohl nur ein paar wenige dieser Bestien der Meere gibt. Sie können so groß wie ein Handelsschiff werden und auch wenn ihre Haut mit Schuppen bedeckt ist, sieht man sofort, dass es eine besondere Haiart ist. Wo ein Rourink auftaucht wird man immer eine Windhose sehen und erfahrene Kapitäne suchen schleunigst das Weite wenn sie das Naturspektakel erblicken. Der riesige Hai taucht in die Untiefen und katapultiert sich mit atemberaubender Geschwindigkeit nach oben. Mit den Hörnern, die seinen Kopf zieren, bricht er den Schiffsboden auf und wartet, bis es langsam gesunken ist. In dieser Zeit umkreist er seine Beute und sobald die Seefahrer im Meer sind, stürzt sich der Rourink auf diese und verschluckt gleich mehrere auf einmal. Aufgrund der robusten Hautschuppen, prallen Musketenkugeln und Klingen einfach ab. Die Handelsmarine hatte vor etlichen Jahren versucht, mit Hilfe von Kampfzauberern die Monstrositäten zu besiegen, jedoch scheint es so, dass sie nicht nur immun gegen Magie sind, sondern sogleich auch jeden Zauber reflektieren können. Solange noch keine wirksame Verteidigung gefunden wurde, bleibt jedem Seefahrer nichts anderes übrig, als sich zügig aus dem Staub zu machen, sobald er die verräterische Windhose erspäht.

 

 

 

Gwrimon

 

Im mittelalterlichen Gwrimon findet man natürlich einiges an Rotwild, aber auch Füchse, Luchse, Wölfe und Bären sind hier heimisch. Ganz besonders erwähnt werden sollten die Rösser der Gwrimoner. Diese edlen Pferde sind nicht nur schnell, nein sie sind auch ausdauernd. Ihnen mangelt es nicht an Zugkraft, aber auch einen Ritter in voller Plattenrüstung ist für sie kein Hindernis. Über die Grenzen Porzhias sind die Rösser bekannt und so ist es nicht verwunderlich, dass reger Handel mit ihnen verläuft.

Die Gwrimoner sind aber auch für ihre Beizjagd mit Greifvögeln bekannt. Je nach Art der Beute werden von kleinen Falken bis große Adler alles genutzt.

Jedoch gibt es einen Raubvogel, welcher nicht mit dem Menschen zusammen arbeitet. Dieser ist der Mestreben, ein Adler, welcher gewaltige Ausmaße erreichen kann und nicht davor zurück schreckt einen Ochsen zu jagen. Hierbei macht er sich seinen berüchtigten Schreckensschrei zu nutze. Der Schrei eines Mestreben ist so schrill, dass er die Nerven betäuben kann und so das Opfer für kurze Zeit erstarren lässt. Sein scharfer Schnabel vermag selbst eine Plattenrüstung ohne Schwierigkeiten zu zerreißen. Gefürchtet und bewundert ist dieser Herrscher der Lüfte und kein Gwrimoner wird freiwillig Jagd auf diesen Adler machen. Den Dreien sei dank, dass es noch nie viele Mestreben gegeben hatte und sie meist den Menschen ignorieren, außer wenn gerade keine andere Beute vorhanden ist.

Ebenso sollte man sich vor dem Trenkenaer in Acht nehmen. Dieses widerliche Wesen kann bis zu sechs Meter lang werden. Er sieht aus wie eine Mischung aus Drache und Schlange. Seine schuppige Haut ist nahezu undurchdringbar und die gewaltigen Dornen, die aus seinem Rücken herausragen sind spitz wie eine Nadel. Sein Maul ist von dolchartigen Zähnen gesäumt, doch das ist nicht das Schlimmste bei dieser Kreatur. Wo Drachen Feuer speien, spuckt dieser Wurm eine ätzende Flüssigkeit auf seine Opfer. Diese ist so aggressiv, dass sie selbst Stein zersetzen kann. Diese Fähigkeit nutzt der Trenkenaer auch, um Löcher in Felswände zu graben und sich dort dann auf die Lauer zu legen. Man findet das Ungeheuer so gut wie nie außerhalb von Höhlen, denn außen im Licht der Sonne bewegt er sich langsam und tumb. Sein Sehvermögen ist extrem schlecht und in erster Linie orientiert er sich mit seinem ausgeprägtem Gehör. Blitzschnell schlängelt sich der Wurm durch das Höhlensystem, wenn er eine Beute in seinem Reich bemerkt. Manche Gwrimoner vergleichen ihn mit einer Spinne, die in ihrem Netz sitzt und sofort zur Stelle ist, wenn sich ein Opfer in ihrem Bauwerk befindet. Dies ist eben auch die Taktik des Trenkenaer. Schon viele Mütter mussten den Tod ihrer Söhne beweinen, als diese einem der Ritterorden beitraten und sich mit der Tötung eines dieser Ungeheuer beweisen wollten. Den Kindern in Gwrimon wird schon in jungen Jahren erzählt, dass sie sich vor dem Ungetüm hüten müssten und daher keine Höhlen betreten sollten.

Eher in das Reich der Märchen gehört wohl der Louarnin. Hierbei soll es sich um einen menschengroßen Fuchs handeln, welcher die Kleidung eines typischen Gwrimoner trägt und auf zwei Beinen durch die Gegend schlendert. Er soll ein Glücksbote sein und manche munkeln, dass er ein kleinerer Avatar des Zwielichts sein könnte. Die Erzählungen besagen jedenfalls, dass er gerne Streiche mit den Menschen spielt. So setzt er den arglosen Wanderer in einer Falle setzt und verspricht ihn entweder Reichtum oder ein finsteres Schicksal, sollte der Gefangene nicht drei Aufgaben erfolgreich erledigen. Wie genau diese Aufgaben aussehen, ist genauso rätselhaft wie der Louarnin selbst. Manche erzählen von Rätseln die gelöst werden sollen, andere davon, dass der Gefangene einem anderen Menschen einen Streich spielen soll. Auch die Belohnung oder Bestrafung soll stets unterschiedlich sein. Wie schon gesagt, bleibt dieser sonderbare Fuchs wohl für immer ein Mysterium, jedoch nutzen viele Kinder ihn als Ausrede, wenn sie ihren Mitmenschen einen Streich gespielt haben. Oft hört man dann nur, „ der Louarnin hatte mich fest gesetzt und ich musste das deswegen machen“.

Zum Schluss soll auch noch das Märchen vom Lagennma berichtet werden.

Im nördlichen Gebiet von Gwrimon gibt es zahlreiche Moore und Sümpfe. Das diese eine Gefahr für sich sind ist natürlich selbstredend. Doch soll es den schrecklichen Lagennma geben. Dieser ist wohl vergleichbar mit einem Kraken der Meere, nur dass er in den Mooren lebt. Angeblich ist sein Kopf meist in der Mitte eines Sumpfes zu finden und seine nahezu unendlichen Tentakel erstrecken sich unterirdisch über die ganze Moorlandschaft. Nur die Spitzen ragen aus dem Wasser heraus und haben die Form von Sträuchern und Büschen angenommen. Am Ende so eines Tentakels sollen auch gut schmeckende Früchte blühen und der Lagennma lockt mit dieser Tarntechnik seine Beute an. Egal ob Mensch oder Tier, allen ist bekannt, dass diese Frucht einfach nur köstlich ist. Greift man nun zu dem Busch um das liebliche Nahrungsmittel zu erlangen, entpuppt sich das Geäst als Tentakel, welcher das Opfer packt und durch den Sumpf zum gewaltigen Maul des Kraken zerrt. Es muss wohl sehr erschreckend sein, wenn das letzte, was man sieht, ein Sumpfloch ist, welches sich öffnet und einen riesigen und gierigen Schlund mit hunderten von Zähnen Preis gibt.

Tatsächlich wachsen in den Sümpfen sehr wohlschmeckende Früchte, doch ob die Geschichte vom Lagennma stimmt, weiß keiner so richtig.

 

 

 

Morlyn

 

Im Stadtstaat der Magie ist natürlich alles anders. So gedeihen hier die seltsamsten magischen Wesen und selbst die normalen Tiere haben immer einen Hauch von Magie an sich haften. So soll es dort unter anderem Hasen geben, welche mit Hilfe von Magie ihre Sprungkraft erhöhen und dergleichen mehr.

Auch finden sich hier sehr viele Elementare, welche scheinbar ziellos durch die Lande ziehen. Das Einhorn ist zwar ein seltener Anblick, jedoch wenn man in Porzhia welche finden kann, dann sicherlich im Lande Morlyn. So manch missglücktes Experiment eines Magiers mag durch die Wälder schleichen und daher sollte man auch immer auf der Hut sein.

Bisher hat es noch keiner geschafft, wirklich alle Wesen zu katalogisieren und vermutlich könnte man eine ganze Lebensspanne damit verbringen und würde immer noch fündig werden.

Nicht unerwähnt sollten die Erzählungen der Hudourhvran bleiben. Bei diesen Geschöpfen handelt es sich, sollten die Märchen stimmen, um eine Art Mischwesen. So sollen sie aufrecht gehen, jedoch die Gestalt von Raben haben. Man sagt, sie seien so groß wie Menschen und könnten sogar die Sprache der Menschen sprechen. Manch ein Magier behauptet, dass die Hudourhvran nichts anderes als die Kinder des Rabenkönigs seien, der glorreichen Inkarnation der Magie. Das würde erklären, warum sie angeblich ohne Schwierigkeiten in das Spiegelreich wechseln können. Laut dem Magister Leandros Capaldios existiert die Legende von den Hudourhvran erst seit knappen zehn Jahren. Zuvor hatte niemand etwas von diesen Wesen gehört. Magister Leandros behauptete auch, dass er im Spiegelreich war und dort Zeuge wurde, wie die Rabenmenschen gegen die Feen gekämpft haben. Kurze Zeit später begann er jedoch nur noch wirres Zeug zu erzählen und ritzte sich mysteriöse Symbole mit einer angespitzten Rabenfeder in seine Haut. Er wurde dann in den Dohlenturm gebracht und seitdem nicht mehr gesehen.

Eine berühmte Schauermär sollte nicht unbetrachtet bleiben. Die Rede ist vom Karvaloc. Dieses Ungetüm wurde gerüchteweise immer wieder in der Nähe von magischen Kraftpunkten gesichtet. Es gibt unterschiedliche Berichte wie genau dieses Wesen aussieht, jedoch ist man sich einig, dass es stets mindestens zwei bis drei Meter groß ist. Manchmal wird berichtet, dass es wie ein Mensch auf zwei Beinen läuft, dann wieder heißt es, dass es auf allen Vieren umher streunt. Die Hautfarbe soll irgendwo zwischen schwarz und rot sein, wobei es auch hier unterschiedliche Aussagen gibt.

Allen gemein ist jedoch, dass der Karvaloc sich wohl von Magie ernährt. Er scheint magische Wesen zu zerfleischen und durch das Schlürfen ihres Blutes die arkane Kraft einzusaugen.

Manch Akademiker ist der Meinung, dass es wohl ein Haustier der Feen sei, welche ab und an ihr „Schoßhündchen“ auf die Welt der Lebenden los lassen. Zu dieser Aussage würde passen, dass der Karvaloc manchmal nur alle paar Monate gesichtet wurde. Aufgeklärtere Gelehrte sind sich einig, dass es nur ein Märchen ist, welches den jungen Adepten erzählt wird, damit diese keinen Unfug mit ihrer Magie treiben und nicht die Akademien verlassen.

Als letztes der seltsamen Wesenheiten aus Morlyn, haben wir noch die Breonuell Katze. Dieses exotische Kätzchen wird meistens etwas kleiner als eine normale Hauskatze. Sie kann an Orten großer magischer Kraft gefunden werden, wobei sie sehr scheu ist und sich meist mit Illusionszaubern versteckt. Sollte man das Glück haben, ein Neugeborenes zu finden, kann man es unter Umständen an sich gewöhnen und abrichten. Jedoch benötigt es immer etwas arkane Kraft um am Leben zu bleiben. Wer die Breonuell Katze als Haustier halten möchte, sollte magisch begabt sein, denn nur, wenn ihr Herrchen sie mit der eigenen Magie füttert, bleibt sie bei ihrem Besitzer. Ohne Magie altert die Katze rasend schnell und zerfällt zu Staub. Das Kätzlein beherrscht kleinere Zauber und wirft diese zuweilen wahllos um sich, was eine Aufzucht nicht unbedingt erleichtert. Zudem hat noch niemand herausgefunden, wie sie sich vermehren, denn selbst wenn man zwei zusammen führt, zerfleischen diese sich nur gegenseitig und absorbieren die Zauberkraft.

Die Magier, welche stolze Besitzer einer Breonuell sind, äußern immer wieder, dass ihnen das Zaubern in Gegenwart der Katze um ein vielfaches leichter von der Hand geht. Viele junge Adepten wollen ebenfalls so ein Wesen als Haustier nutzen, jedoch ist schon so mancher Lehrling in einem Steinkreis aufgewacht und besaß fortan keine magische Begabung mehr.

 

 

 

Sterdu

 

In Sterdu gibt es alles an Tieren und Wesen, was man in einem riesigen Wald so finden kann. Nur ist auch alles um einiges größer. Seien es nun die Hasen, Vögel oder das Rotwild, alles ist überdurchschnittlich groß. Was man immer wieder finden kann, sind Albino Tiere, jedoch wird sich jeder Sterduer davor hüten, diese zu jagen. Laut ihnen sind es geheiligte Tiere, welche unter dem Schutz des Geistes des Waldes stehen.

Die Bewohner Sterdus jagen aber eh immer nur so viel, wie sie zum überleben benötigen. Sie haben gelernt, dass sie den Wald nicht ausbeuten sollten, sondern lieber eine Koexistenz eingehen.

Um so tiefer man in den Wald hinein gelangt, um so merkwürdiger wird es auch. Es scheint zuweilen so, dass die Bäume selbst leben und immer wieder den Weg ändern, indem sie sich entwurzeln. Dreht man sich um, ist dort wo man gerade noch bequem laufen konnte auf einmal der Weg von Büschen und Bäumen versperrt. Es scheint so, als ob nur Elfen und Sterduer ohne größere Schwierigkeiten immer einen Weg finden.

Man munkelt, dass es verschiedenste übernatürliche Kreaturen im großen Wald geben soll. Von Dryaden und Waldschraten bis hin zu Drachen, welche sich perfekt an die Umgebung im Wald anpassen können.

Was davon alles stimmt, weiß wohl niemand so richtig.

Es ist auch schwierig Tiere festzulegen, welche nur in der Region Sterdu vorkommen. Immer wieder hört man von einem seltsamen Wesen, welches gesichtet wurde und dann herrscht wieder jahrelang Stille und keiner kann sich mehr an das Tier erinnern. Auch scheint es so, dass der Wald etwas mit den Sinnen der Menschen anstellt. Selbst hartgesottene Pfadfinder erliegen oftmals irgendwelchen Trugbildern.

Immer wieder schicken die Akademien von Porzhia Stadt einen Erkundungstrupp in den großen Wald, sei es um neue Tierarten und Pflanzen zu finden oder um Wesen für die Menagerie zu fangen. Oftmals wollen diese einen lokalen Führer anheuern, doch weigern sich die Bewohner Sterdus, Fremde in ihren Wald zu führen.

Manche dieser Erkundungstruppen kommen nach vielen Tagen wieder aus dem Wald, jedoch ohne irgendeine Art von Beute. Sie gehen mit leeren Händen wieder nach Porzhia Stadt zurück und wenn ihre Auftraggeber fragen, wo die Beute ist, dann wissen sie nicht einmal mehr, warum sie in dem Wald waren. Die Mehrheit dieser Forscher kommen jedoch nie wieder aus dem Wald hinaus und keiner weiß, was mit ihnen geschehen ist.

Eine Erzählung der Sterduer besagt, dass es verschiedene Auserwählte unter ihnen gibt. Diese Menschen wurden vom großen Waldgeist erwählt als Mittler zwischen den Geistern des Waldes und den Bewohnern Sterdus. Gerüchterweise können diese Gesegneten, wie sie oft auch genannt werden, ihre Gestalt ändern und sogar Mischformen, halb Mensch halb Tier annehmen.

Vielleicht ist dies aber auch nur ein geschickter Schachzug der Sterduer, sich vor zu vielen Neugierigen zu schützen, denn wer möchte schon durch einen Wald zu einer Ortschaft marschieren, wo es haufenweise Werwölfe und dergleichen gibt.

 

 

 

 

Koaden

 

Nun in dem stickigen Städtlein Koaden gibt es nicht wirklich viele Tiere. Dies ist natürlich kein Wunder, denn bei dem Lärm und Gestank in der Stadt, fühlt sich fast nichts heimisch.

Ratten gibt es wie Sand am Meer und wie in Porzhia Stadt, gibt es etliche Rattenfänger, welche gut zu tun haben.

Doch gibt es natürlich auch ein paar speziellere Wesen, welche nicht unerwähnt bleiben sollten.

In Koaden wird gerade den Kindern immer wieder die Geschichte vom metallenen Golem erzählt. Ein verrückter Wissenschaftler der Technicusakademie ließ sich in Koaden zur Ruhe, doch war ihm dies zu langweilig. Er tüftelte und bastelte um sich einen Gefährten zu erschaffen, welcher ihn zum Beispiel im Haushalt helfen konnte oder mit dem er wissenschaftliche Konversationen betreiben konnte. Alles schien perfekt zu laufen und kurz vor Vollendung seines Werkes gab es ein Unwetter über der Stadt. Blitze zuckten vom Himmel und das Gewittergrollen zog übers Land. Einer der Blitze traf das Gebäude und die empfindsamen Apparate wurden überladen. Doch war dies nicht alles. Der metallene Golem erwachte frühzeitig zum Leben und erhob sich. Rasend vor Zorn erschlug er seinen Herren und Meister und verwüstete das Laboratorium. Danach verschwand das Geschöpf in die Nacht und seitdem findet man, gerade im Umland, immer wieder zerstörte Gehöfte. Falls es Überlebende gibt, erzählen diese immer wieder von einem Monstrum, welches über zwei Schritt groß ist und gänzlich in Metall gehüllt ist. Nur die Edelsteine, welches das Wesen als Augen hatte, glühten in unheiligem rot.

In den Hügeln um Koaden gibt es die Mahenkrag. Diese Wesen ähneln den sogenannten Nashörnern in anderen Welten, jedoch haben sie statt vier Füßen zwei Beine und zwei Arme mit Händen, welche mit drei Krallen versehen sind. Meist laufen sie auf allen Vieren, jedoch können sie sich auch aufrichten und erreichen dann eine Höhe von bis zu drei Metern. Sie scheinen sich von Steinen und Felsen zu ernähren, zumindest wird gesagt, dass sie mit ihren Krallen immer wieder Gestein aus den Hügeln brechen und sich dies in ihr Maul stecken und zermalmen. Bisher scheinen diese riesigen Wesen relativ ruhig zu sein. Ab und an hört man mal davon, dass sie eine Handelskarawane angegriffen haben, jedoch ist es wohl so, dass die Menschen ihnen zu nahe kamen und dies daher als Verteidigung ihres Reviers angesehen werden kann.

Der bekannte Architekt Ludwig Thofra erzählt immer wieder, dass er sich sein Herrenhaus, welches ein wenig außerhalb von Koaden steht, mit Hilfe von zahmen Mahenkrag erbaut hatte. Auf die Frage, wo diese abgeblieben sind, meint er nur, dass er sie nach getaner Arbeit wieder in die Wildnis entlassen hatte. Tatsächlich kommen immer wieder mal Tierbändiger, welche ihr Glück versuchen, denn immerhin würden die Mahenkrag ein ausdauerndes und kräftiges Lastentier darstellen können. Doch bisher ist es, außer eben angeblich Herrn Thofra, noch niemanden gelungen.

In geselliger Runde erzählt man sich oft auch die Geschichte der Grovach. Bei diesen Wesen soll es sich um eine Abart von Gnomen handeln. Sie buddeln tiefe Löcher oder nutzen die Kanalisation. Angeblich sehen sie einem Zwerg nicht ganz unähnlich, außer dass sie drahtiger sind und völlig haarlos. Auch besitzen sie keine Augen, Nasen oder Ohren, dafür jedoch ein sehr großes Maul mit etlichen sehr spitzen Zähnen. Gerüchterweise ernähren sie sich von Ratten, Insekten oder auch mal verwundeten Menschen, die in einer Gasse oder gar in der Kanalisation liegen. Wie genau sie ihre Opfer entdecken, bleibt wohl ein Geheimnis, denn bisher schlug jeder Versuch fehl mit den Grovachs zu kommunizieren.

Die Ewige Wache tut die Erzählungen als Märchen ab, welche nur Kinder erschrecken sollten. Laut der Exekutive des Ältestenrates gibt es keine Wesen in der Kanalisation oder in irgendwelchen Tunneln. Und doch gab es schon einige Bettler, die berichteten, dass sie von kleinen Wesen ohne einem richtigen Gesicht angegriffen wurden.

 

 

 

 

Shalraz Gebiet

 

Da das Gebiet der Shalraz verschiedene Bereiche abdeckt, seien hier nur die besonderen Tiere erwähnt. Selbstverständlich gibt es bei den Shalraz genauso die normalen Wesen, wie auch im restlichen Porzhia, jedoch findet man in den Stammesgebieten auch ein paar Lebewesen, die nur dort anzutreffen sind.

In der Steppe findet man den Shalbüffel. Dieser ist relativ groß und sein Fell ist sehr dicht. Angeblich kann kein Pfeil durch dieses Fell dringen. Die Hörner dieser Büffelgattung sind extrem robust und spitz, so dass sie mühelos einen Angreifer aufspießen können. Im zivilisierten Porzhia gibt es Erzählungen, dass die Anführer der Steppen Shalraz auf diesen Büffeln reiten, wie andere auf Pferden.

Bei den Bergbewohnern sind die Tiere an die ewige Kälte angepasst. Dort herrscht das ganze Jahr Eis und Schnee und dies macht sich auch bei den einheimischen Wesen bemerkbar. Hier sei besonders das Rusha Mammut erwähnt. Dieses domestizierte Mammut lebt im Einklang mit den Shalraz. Es wird als Lasttier genutzt oder auch für die Jagd auf Säbelzahnpumas. Wenn so ein Rusha alt wird, legt es sich am Dorfrand nieder um zu sterben. Der Stamm verspeist das Fleisch und nutzt sämtliche Überreste, sei es nun für Kleidung, Werkzeuge und vieles mehr.

Für die Stämme, welche am Meer leben, ist es auch selbstverständlich, dass sie mit den Tieren der See zusammen leben. Sie nutzen große Schildkröten oder Wale, um ihr Hab und Gut von einem Ort zum anderen zu transportieren. So erzählt man sich zumindest in den großen Städten.

In der Wüste, welche von dem Stamm der Dünenpirscher bewohnt wird, soll es riesige Sandwürmer geben. Diese verbringen die meiste Zeit unter dem Wüstensand. Sie spüren ihr Opfer schon von weitem und kriechen unterirdisch bis zum Aufenthaltspunkt des Zieles. Dann stoßen sie blitzschnell nach oben und packen ihre Beute, um sie nach unten zu ziehen, wo sie jämmerlich erstickt und aufgefressen wird.

Gerade beim Territorium der Shalraz kann man jedoch nie sicher sein, was es wirklich für Wesen gibt, denn immerhin kommt so gut wie nie ein Porzhianer in dieses Land und überlebt es.

 

 

 

Das Schattengebirge

 

Dieser Gebirgszug im Osten ist nicht nur die Heimat der Zwerge. Nein dort findet man auch die eher nachtaktiven Goblins und ihre Verbündeten die Trolle. Meist halten sich die beiden letzteren nur im Gebirge auf, doch ab und an kommt es vor, dass sie weiter in Richtung Zivilisation ziehen um dort zu plündern.

Es gibt noch viel mehr Wesen im Schattengebirge wie zum Beispiel Riesenspinnen, Steinriesen und vieles mehr.

Sollten die Legenden stimmen, soll es auch eine Drachenfamilie dort geben, wobei der letzte Drache vor hundertfünfzig Jahren gesehen wurde.

Nicht viele Porzhianer wagen sich in das raue Gebirge und daher weiß keiner so recht, was dort noch alles lebt. Die Zwerge aus Runkarog kennen sicherlich noch mehr Wesenheiten, jedoch hüllen sie sich gegenüber den Menschen in schweigen.